Neuseeland, Travel
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Warmduscher in Wellington

Campingplatzduschen sind ja so eine Sache für sich. Auf unserer Reise haben wir schon so einige ausprobiert und von kalt und zugig bis hin zu angenehm warm mit eigenem Heizstrahler war alles dabei. Im Alltag macht man sich ja keine großen Gedanken über die kleinen Nasszellen für die (morgendliche) Körperpflege. Da ist es normalerweise ja immer warm und halbwegs sauber. Im Campingurlaub ist es aber jedes mal wieder ein Abenteuer. Und ich sag euch, nach zwei Tagen Katzenwäsche im Camper gibt es nichts Schöneres als eine lange, warme Dusche! Umso enttäuschter ist man dann, wenn einem nur 5 Minuten Warmwasser zur Verfügung steht und die Dusche dann ohne Vorwarnung plötzlich auf eiskalt umspringt. Naja, soll ja gut fürs Immunsystem sein. Oder wenn es zieht wie Hechtsuppe, der Fußboden eiskalt ist und der eklige Duschvorhang an deinen Beinen klebt. Oder noch schlimmer: wenn Vorhänge fehlen und damit nicht nur der Boden, sondern auch die frische Kleidung klitschnass wird.

Von warmen Duschen und Sandwichtoasts

Soweit zu meinem kleinen Exkurs in Sachen Campingduschen. Glücklicherweise hat es das Schicksal in Himatangi Beach gut mit uns gemeint: warmes Wasser ohne Limit, keine Zugluft uns sogar ein Föhn versprachen einen sehr guten Start in den Tag und mal wieder eine halbwegs vorzeigbare Frisur. Noch dazu konnten wir einen Sandwich-Toaster in der Küche ausfindig machen und fühlten uns nach Tagen mit labbrigem Toast mit unseren Schinken-Käse und Bananen-Schoko-Sandwiches fast wie in einem Gourmetrestaurant. Der Babytüp erntete währenddessen mehrere stürmische Umarmungs-Versuche von einer kleinen Neuseeländerin namens Sofia. Das war ihm aber nicht so ganz geheuer und er wollte dann doch lieber zu Mama auf den Arm. So schön, wenn Mama noch die Allergrößte ist! 😉

Kleine Spielesession

Nach einer kurzen Session auf dem Spielplatz (Felix und der Babytüp) und dem Veröffentlichen eines Blogbeitrags (ich) ging es auch schon weiter in die knapp zwei Stunden entfernte Hauptstadt Neuseelands: Wellington. Während der Babytüp auf dem Weg nach Süden wieder die meiste Zeit in seinem Sitz gepooft hat, haben wir uns einen Keks gefreut, eine Tankstelle für unglaubliche $1,06 pro Liter Diesel zu finden! Die Preise für Diesel schwanken hier in Neuseeland wirklich total – bis $1,34 haben wir bisher alles gesehen.

Der Babytüp macht das Auto startklar

Routiniert steuerte Felix unser Schiff von Camper durch den Stadtverkehr von Wellington und brachte uns sicher zu einem Parkplatz für Campervans, auf dem man vier Nächte pro Monat kostenfrei übernachten darf und der auch wirklich sehr gut angenommen wird. Wir waren echt positiv überrascht: zwar lag er direkt an einer recht viel befahrenen Straße und nahe der Start- und Landebahn des Flughafens, aber dafür direkt am Hafen mit der schönen Kulisse der typisch bunten Häuschen der Stadt im Rücken.

Der kostenlose Stellplatz in Wellington – wer findet unser Auto?

Bei Trump scheint immer die Sonne

Da wir ganz gespannt auf die Hauptstadt waren, fuhren wir mit dem Bus etwa eine Viertelstunde bis ins Stadtzentrum zum Courteney Place. Bord-Entertainment gab es quasi gratis dazu. Und zwar in Form eines Thailänders und eines Japaners, die hinter uns saßen und zunächst ihr Klo-Vorlieben ausgiebig diskutierten. Sie kamen einstimmig zu dem Schluss, dass es auf der ganzen Welt Toiletten mit Wasserstrahl geben solle, wie sie in Asien üblich sind. Ihr wisst schon, das sind die mit meist mehr Knöpfen als im Cockpit eines Airbus, die nicht nur den Pöppes mit Wasser reinigen und danach trocken föhnen, sondern bei denen man auch den Sitz beheizen und die Wassertemperatur ganz nach Belieben einstellen kann. Als das geklärt war, berichtete einer der beiden, dass er nach dem Studium in Neuseeland gerne in die USA auswandern würde. Er war zwar noch nicht dort, aber es solle sehr schön sein. Das konnte sein Gegenüber nur bekräftigen. Die USA seien ein tolles Land, dort würde immer die Sonne scheinen. Er  wisse das, er sei schon einmal bei seinem Vater in Los Angeles gewesen. An dieser Stelle haben wir ihm mal nicht verraten, dass die USA mehr ist als nur Palmen und Sunset Boulevard.

Auf der Suche nach Essen in Wellington

Dinner auf dem Rasen

Im Stadtzentrum von Wellington angekommen mussten die Sehenswürdigkeiten aufgrund von Hunger erst einmal warten. In einer Seitengasse stießen wir zufällig auf die Craft Beer Bar The Rogue and Vagabond. Auf der zugehörigen Wiese davor saßen ganz viele Menschen auf gemütlichen Sitzkissen und kleinen Sesseln im Gras und schienen alle bester Laune zu sein. Das hat uns sehr gut gefallen und sah sehr entspannt aus. Auf der Speisekarte lächelte uns sofort die Pizza Hawaii an, die aber, wie es sich für eine fancy Bar gehört, einen viel cooleren Namen hatte. Während wir an der Bar die Pizza mit dem coolen Namen und Bier bestellten, schlief der Babytüp trotz Rockmusik in Diskolautstärke seelenruhig weiter. Der hat ein Leben! 😉

Uns wurde dann ein Fähnchen mit Nummer in die Hand gedrückt, das wir wie die Amerikaner bei der Mondlandung neben unseren auserkorenen Platz in die Wiese steckten. Wie sich das für eine Craft Beer Bar gehört, hatte Felix sich ein sündhaft teures Grapefruit Beer gegönnt und da es so gut aussah, genehmigte ich mir auch mal eine Kostprobe. Der erste Schluck Alkohol seit eineinhalb Jahren! Dabei blieb es dann auch, denn die Hälfte des Bieres nutze Felix unfreiwillig, um den guten neuseeländischen Rasen etwas zu düngen. Naja, jeden Tag eine gute Tat.

Die Männer warten auf die Pizza

Hungeeeeeer

Wenig später erreichte uns auch unsere lang ersehnte Pizza und das Schlemmen konnte beginnne. Der Babytüp war unterdessen sehr zufrieden damit beschäftigt, andächtig am Pizzarand zu nagen. An dieser Stelle lasse ich einfach mal ein Foto sprechen:

Njooooomnjomnjom

Das große Touri-Programm wollten wir uns für den nächsten Tag aufheben. Also schlenderten wir nur noch etwas durch die Hauptstraße, saugten die vielen neuen Eindrücke in uns auf und legten einen kurzen Stop bei der Touristinformation ein, um uns mit einer Karte und Ausflugstips ausstatten zu lassen (und um kurz das freie WLAN zu nutzen, natürlich).

Gruppenkuscheln im Nahverkehr

Dann war es eigentlich auch schon wieder Zeit dafür, den Bus „nach Hause“ zu nehmen. Wir hatten offensichtlich genau die Rush Hour abgepasst: im Bus war Gruppenkuscheln angesagt. Trotzdem waren alle super freundlich und haben sich beim Aussteigen höflich bei der Busfahrerin bedankt. Das weckte in mir gleich wieder nostalgische England-Gefühle, dort ist das nämlich auch gang und gäbe. Hach!

Leider waren sowohl Felix als auch ich felsenfest davon überzeugt, dass wir gleich nach dem schmalen Tunnel aussteigen müssen. Als wir jedoch dann draußen standen war klar: wir waren ein paar Haltestellen zu früh ausgestiegen. Hätten wir auf der Hinfahrt mal lieber genauer hingeschaut, anstatt Toiletten-Gespräche zu belauschen… 😉 Der unfreiwillige Spaziergang durch Wellingtons Wohnviertel war dann aber doch noch richtig schön und so konnten wir die Stadt gleich auch mal außerhalb der typischen Touristenziele kennenlernen. Der Rest des Abends war dann super entspannt. Der Babytüp ist schnell eingeschlafen und wir haben auf unserem kleinen Fernseher Forgetting Sarah Parker geschaut, den wir kostenlos vom Camperverleih mitgenommen hatten. Er wird zwar nicht in die Filmgeschichte eingehen, war aber immerhin besser als erwartet und damit noch ein schöner Abschluss für einen rundum schönen Tag.

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